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Brasilien 2003
27.Juli - 4 September
Ouro Branco
Der Hinflug und das lang ersehnte Wiedersehen
Mein Hinflug gestaltete sich erstmal etwas komplizierter.. zu meiner Abflugszeit in München tobte ein Unwetter und wir starteten mit ziemlicher Verspätung - all unser Hoffen war umsonst, wir erreichten unseren Flieger nach Brasilien in Frankfurt nicht (wir sind ich und noch andere Brasilienreisende bzw. Brasilianer). Also: Tickets umtauschen und ab ins Hotel zum Übernachten.. So ein Ärger. Um 2 Uhr nachts kommen wir endlich im Hotel an. Von dort aus benachrichtige ich erst mal meine bras. Familie, dass ich nicht wie geplant morgens ankommen werde, sondern vorraussichtlich erst so um 10 Uhr abends..
Früh morgens geht es also wieder Richtung Flughafen. Ich habe immerhin einen nicht allzu frühen Flieger, so dass ich noch das absolut traumhafte Frühstücksbuffet des Hotels ausprobieren kann (lumpen lässt sich Lufthansa bei diesen Hotels ja wirlich nicht.. war jedenfalls ein Buffet wie ich es noch nie in meinem Leben gesehen habe.. hihi). Danach wird eingecheckt, Richtung Lissabon (wir müssen jetzt einen Umweg fliegen), mit dabei ist eine junge Frau aus Belo Horizonte mit Sohn - wir werden zusammen reisen. Lissabon - Sao Paulo geht ohne Probleme, wenn auch etwas langweilig.. und dann - habe ich endlich wieder brasilianischen Boden unter den Füßen - und ich genieße es. Leider ist mein Gepäck nicht mit mir gekommen. Bei der Reklamation erzählen sie mir, es liege noch in Lissabon - in 3-4 Tagen können sie es mir nach Ouro Branco zustellen. Na toll. Hoffe nur, das funktioniert! Aber so langsam ist mir alles egal - ich bin da!!
Ein erstes Pao de Queijo am Flughafen, wir fliegen erst später abends weiter. Und endlich ist es soweit.. unter mir die Lichter von Belo Horizonte. Ein komisches Gefühl breitet sich in meinem Magen aus, inwzischen ist es fast Mitternacht. Ich komme nach Hause. Ich werde meine Familie wieder sehen.. ich bin so glücklich. Und wirklich, ich komme aus der Halle (Gepäck brauch ich ja nicht abzuwarten..) und da seh ich Lívia schon vor der Glastüre auf- und abspringen. Mit dabei: Mama, Papa und Reni (unsere Nachbarin)! Ich werde herzlich in Empfang genommen und ab gehts ins Auto. Wir können es nicht fassen, dass wir wieder beieinander sind - es ist einfach nur traumhaft! Daheim falle ich müde ins Bett.. angekommen!
Wieder zu Hause in Ouro Branco
Ich bin glücklich, so glücklich. Genieße die Zeit mit meiner Mama, Lívia, die noch eine Woche Ferien hat und meinem Vater. Ich werde überall freudigst begrüßt - Nachbarinnen, in den Geschäften, auf der Straße.. Ich treffe viele meiner ehemaligen Klassenkameraden wieder (es sind ja grad Ferien und fast jeder ist in der Stadt - sehr praktisch!) und natürlich auch Emerson. Nach kurzer Unterhaltung können wirs nicht lassen.. jegliche Vernunft wird über Bord geschmissen und wir werden die Tage genießen die wir haben - zusammen. Es wäre, als ob ich bloß ein paar Monate weg gewesen wär. Als ob ich nach Fortaleza gefahren wär. Und nicht ein Jahr in Deutschland verbracht hätte. Da er tagsüber arbeitet und ab der 2. Woche abends noch in den Cursinho zur Vorbereitung aufs Vestibular geht, bleibt nicht viel Zeit. Aber die Zeit, die wir miteinander haben, genießen wir. Wir sehen uns jeden Tag, und wenns auch nur für ein paar Minuten ist.
Tja, das sind wir :)
Am 3. Tag gibts eine "kleine Feier" - so war das jedenfalls geplant; im Endeffekt kommen ca. 50 Leute und es wird richtig schön. Irgenwie scheint es sich rumgesprochen zu haben, dass ich wieder da bin. Fast alle Leute sehe ich wieder - so schön..
Auch Dê und Nara besuche ich. Bruno lebt leider in Betim und ich sehe ihn nur einmal und das relativ kurz - schade.
Ich gehe weg und lebe einfach. Laufe durch die Straßen und bin glücklich. Verbringe ein paar Tage in Juiz de Fora, bei meiner Tante, Kusine Juliana und Lívia (deren Ferien inzwischen aufgehört haben). Auch Daniel hängt teilweise an mir wie eine Klette, jetzt hat er ja noch eine 2. "kleine Schwester" *g*. Meine 2. Gastfamilie bekomme ich einmal zu Gesicht - es bleibt bei oberflächlichen Bemerkungen. Ich denke wir sind uns einfach ziemlich egal. Ich lege jedenfalls keinerlei Wert darauf, Zeit mit ihnen zu verbringen.
Bei meiner Party: Kamilla,
Patrick, Daniel, Kathi :), Suelem, Fernanda
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in Juiz de Fora: Lívia, Juliana und ich
am gleichen Abend: Lívia und ich fallen über überbackene Kartoffeln her
Meine Eltern und Moritz kommen an. Sie bleiben im Hotel "Verdes Mares", das ganz in der Nähe liegt, ein paar Minuten zu Fuß. Meine bras. Eltern hätten ihnen zwar angeboten, bei uns im Haus zu bleiben, aber meine dt. Eltern ziehen das Hotel dann doch vor. Noch am ersten Abend müssen sie sich dem Biertest unterziehen - Skol oder Brahma? Es werden immer mehr Leute und schließlich sitzen meine dt. Eltern, meine bras. Eltern, Emersons Eltern, Emerson, Lívia, Patrick (ein Freund von uns) und ich in der Avenida in einer Bar, trinken Bier und probieren kleine Häppchen (filé mignon com cebola, mandioca frita = fritiertes Maniok etc.). That's Brazil. Mein Vater (dt.) bezahlt die Zeche und ist überrascht.. umgerechnet auf Euro kommen wir auf ca. 12 Euro.. und es ist so einiges gebechert worden. Ein wunderschöner, einstimmener Abend.
Mama mit Skol (obwohl sie Brahma vorzieht.. ich mag Skol lieber!) und der Serra im Hintergrund
Emerson, Lena, ich, Mama und Papa bei meinen brasilianischen Eltern daheim
Mit meinen dt. Eltern fahre ich nach Ouro Preto und auf die Serra. Tagsüber ist meist wunderschönes Wetter, abends wird es kühler.. Mit Emerson fahren wir nach Belo Horizonte, auf die Feira Hippie (ein Kunsthandwerkmarkt) und ins Shopping Center und meine bras. Mutter begleitet uns auf einen wunderschönen Ausflug nach Tiradentes. Die Tage vergehen viel zu schnell. So viel, was noch gezeigt werden sollte (mein bras. Vater wollte unbedingt mit uns nach Rio de Janeiro), gegessen werden sollte (keine Canjiquinha mehr gemacht!) und überhaupt.. Alle mögen meine Eltern, sie fühlen sich wie VIP-Gäste in der Stadt - jeder kennt sie und weiß: oh, die Eltern von Kathi.. *g* Ich zeige ihnen die Schule und überhaupt alles und sie sind beeindruckt und begeistert von der Herzlichkeit und Begeisterung der Brasilianer..
Kathi, Mama und Moritz auf der Serra, auf dem Weg nach Ouro Preto
eine der berühmten (bzw. berüchtigten) Straßen in Ouro Preto..etwas älter & steiler..
meine deutsche Mama, meine brasilianische Mama, mein Vater und Moritz in Tiradentes
Tiradentes und der Blick ins Umland
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ebenfalls Tiradentes, alles in voller Blütenpracht
ich mit meinen beiden Müttern :) in Tiradentes
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Der Hauptplatz in Ouro BrancoCiao und ich hoffe ich komme (bald) wieder..
weiter gings nach Imbassaí - BA