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Brasilien 2003
27.Juli - 4 September

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Salvador da Bahia

Pulsierende Trommeln, Candomblé, tanzende Menschenmassen und sonstige Erfahrungen

Ein noch in Imbassaí angeheuerter Fahrer namens Luciano, der uns auch schon nach Mangue Seco gebracht hatte, bringt uns jetzt mitsamt unserem Gepäck nach Salvador. Unsere Pousada heißt "Ambar" (Bernstein) ist klein, einfach aber sehr hübsch. Man trifft viele Bagpacker hier oder Leute, die Sprachkurse machen. Die Lage der Pousada ist perfekt - nur 2 Straßen weiter liegt die Uferpromenade, der berühmte Farol (Leuchtturm) ist auch nicht weit.


unsere Pousada Ambar

Das Wetter ist hier etwas regnerischer als in Imbassaí oder Ouro Branco, die Wärme bleibt gleich angenehm - 25 bis 30 Grad. Mama und ich freuen uns - das Shopping Barra, eines der größten Shopping Centers der Stadt ist nicht weit und wo sollte man einen Regentag besser verbringen? Also werden Ohrringe gekauft, CDs, ein paar T-Shirts für Moritz - alles was das Herz begehrt.
An anderen Tagen gehts in Pelourinho, dem alten Stadtkern mit seinem Kopfsteinpflaster, den bunten Häusern, Capoeiristas und Souvenirshops. Dienstag abends ist hier die Hölle los - Trommelzüge ziehen durch die Straßen und alles wippt im Takt mit. Da im Hinterhof spielt eine Reaggeband und der Platz, auf dem die berühmten Trommler von Olodum samt Gästen stehen ist eh nichts mehr frei. Stände mit allerlei Getränken, frischen Früchten oden den berühmten baianischen Acarajé (Bohnenbällchen mit Krabben) laden zum Verweilen ein.

Hier gibts Caldo de Cana - Zuckerrohrsaft

 

Und hier Ketten aus Samen - und wer noch keine hat wird so lange bequatscht, bis er sich auch eine umhängt!

 

das Pelourinho

 

die Kindergruppe von Olodum zieht nachmittags durchs Pelourinho

       
Sehr authentisch, aber weniger zum Verweilen lädt die "Feira de Sao Joaquim" ein, der größte und älteste Markt der Stadt. Teile gehen ja und man fühlt sich wie in eine andere Welt versetzt (hier kann man ALLES kaufen - Ziegen, Hühner, Obst, Schuhe, Zahnpasta, Kochgeschirr, von innen beleuchtbare Meeresgöttinnen - toll!) - durch andere Teile will man lieber ganz schnell durchlaufen.. auf ungekühlte Ochsenaugen und Schweinefüße hat man selten Lust..


Abends gehen wir immer weg - in Bars, Kneipen - fast immer mit Live-Musik und einmal in eine echte, gehobene Churrascaria. Also eine "Grillerei", denn die Leidenschaft der Brasilianer ist neben Fußball, Caipi, Feiern und Tanzen nunmal das Churrasco.
Wir beschließen also, im "Boi Preto" (schwarzer Ochse) zu essen. Und zwar Rodízio, also einmal bezahlen und eat as much as you can. Zuert lädt ein riesiges Salat- und Vorspeisenbuffet ein, incl. Sushi-häppchen und anderer feiner Dinge. Und dann kommen massenhaft Kellner mit Spießen verschiedenster Fleischstücke, von denen sie dir dann etwas heruntersäbeln - wenn du denn möchtest. Absolut köstlich und wir essen wirklich fast bis zum Umfallen. Das hätte meinem brasil. Vater gefallen! Er wollte schon damals, als wir in Rio waren, letztes Jahr, in so eine Churrascaria gehen. Aber für sie ist das dann doch nicht so einfach - für uns ist das ganze relativ billig. Für 45 Reais kann jeder soviel essen wie er möchte. Das sind umgerechnet ca. 15 Euro. Und alles vom feinsten - incl. Kellner die einem jedesmal den Stuhl wieder an den Tisch schieben.. einmal Prinzessin sein.

Natürlich gibt es auch viele arme Leute hier, bettelnde Kinder, Leute die Kaffee oder Kaugummis verkaufen, manchmal ist es schwierig damit umzugehen. Es sind so andere Maßstäbe hier..

Einen Candomblé besuchen wir auch. Candomblé ist so etwas wie der Gottesdienst in der Religion Candomblé, die sich hier entwickelt hat - sie stammt von den afrikanischen Sklaven und wurde mit dem Katholizismus vermischt, um weiterhin bestehen zu dürfen (in den Zeiten der Verfolgung). Hier glaubt fast jeder an beides - Jesus und Oxalá sind eins, das gibt kein Problem. Die kath. Kirche sieht das zwar nicht unbedingt gern, aber machtlos.
Der Kult an dem wir zusahen, war aber eher einschläfernd, man kann sich schon vorstellen, dass diese Trommeln jeden in Trance bringen - incl. uns..
An Kirchen mangelt es in Salvador wirklich nicht.. wir schauen uns aber nur eine richtig an. Die Igreja de Sao Francisco. Innen ganz aus Gold und der Kreuzgang mit Azulejos aus Portugal - beeindruckend.

Abends am Strand spielen Kinder Fußball, morgens trainieren Capoeirstas am selben Ort, die Uferpromenade ist voll von Joggern. Tänzer überall. Wir sind in Brasilien :).

Mama und Papa an "unserer" Uferpromenade, im Hintergrund der Farol

Blick aufs Meer..

 

Mama und ich beim Sonnenuntergang am Farol

ein zauberhafter Strommast in der Abenddämmerung

Eingedeckt mit inzwischen zahlreichen Dingen begeben wir uns wieder Richtung Flughafen. Dort lassen wir einen Teil des Gepäcks in der Aufbewahrung und steigen in ein kleines Flugzeug - auf gehts Richtung Morro de Sao Paulo! An unseren Handgelenken prangen inzwischen natürlich die Muss-Armbänder:

Lembranca do Senhor do Bonfim - Salvador Bahia
- Erinnerung an den Herrn von Bonfim - Salvor Bahia -

Der Herr von Bonfim, wahlweise Jesus oder Oxalá - je nach Glaube - soll Glück bringen - Armband mit 3 Knoten zubinden, jeder Knoten steht für einen Wunsch; wenn das Band abfällt, haben sich die Wünsche erfüllt.
 


 

..Jetzt aber wirklich, auf nach Morro de Sao Paulo!