home | Kalinka | News | Links | Brasilien | Adventskalender | Gästebuch

 

Brasilien 2005 

blaue_linie_1_1.jpg

 

Coisas do Brasil / Eu amo muito tudo isso..

live aus dem Computerraum des Bio Instituts der Uni in Juiz de Fora meldet sich die rasende Froschkoenigreporterin.

Heute mit lauter Kleinigkeiten aus Brasilien und was mir sonst noch einfaellt.

Eu amo muito tudo isso. Sagt die Werbung von McDonalds. "Ich liebe das alles sehr." McDonalds liebe ich allerdings nicht. Dafuer aber

den Duft der
Eukalyptus Baeume in der Avenida von Ouro Branco nachdem es geregnet hat. In der Avenida walkt meine Mami jeden Abend und ich begleite sie, wenn ich kann. In ihrem Tempo verbrennt das zwar kaum Kalorien, aber es ist immer eine nette Gelegenheit zum Ratschen :).

a
hora de anoitecer. Aeh, das Nachtwerden hier. Also ab halb 6, wenn die Sonne hinter den Bergen untergeht. Dann bleibt ein heller Streifen hinter den Bergen, der langsam von gelb-orange, ueber pink-violett nach hellblau-dunkelblau uebergeht. Die Berge, die Palmen und die Baeume zeichnen sich dann pechschwarz ab, die ersten Sterne erscheinen. Und irgendwann ist alles dunkel, nur die Sterne und der Mond sind noch da. Aber so viele Sterne. Und mit etwas Glueck findet man das Kreuz des Suedens. Meine Begabung im Sternbilder finden haelt sich aber in Grenzen, ich finde es meistens nicht.

barzinhos de esquina! Ich liebe diese barzinhos, und ganz besonders die am Eck. Wo man nach der Uni noch ein, zwei, drei Bier trinkt. Auf Blechstuehlen. Auf gelben Blechstuehlen, wenn die Stuehle von Skol sind und auf roten, wenn sie von Brahma sind. Wir trinken weder Skol, noch Brahma sondern Itaipava, das billigste Bier. Oder man steht. Auf dem Gehsteig, auf der Strasse. Vielleicht sitzt irgendwo einer mit Gitarre und spielt. Vielleicht trommelt einer auf irgendetwas, was er gerade auftreiben kann. Der Fernseher im Eck darf nicht fehlen, auch wenn gerade kein Fussballspiel laeuft, und keine Novela.
Das Bier kommt eiskalt, aus Kuehlschraenken, die die Temperatur anzeigen - bevorzugt zwischen -5 und -2 Grad Celsius. Das Bier kommt in 600 ml Flaschen, in Plastik- oder Styroporkuehlern und mit so viel kleinen Glaesern, wie Leute am Tisch sitzen. So wird das Bier nie warm ;)

Plaetze in der Stadt mit Palmen und alten Maennern, die
Schach spielen. Den ganzen Tag, jedenfalls sitzen sie immer da, wenn ich vorbeikomme.


Orelhões, "grosse Ohren", die blauen oeffentlichen Telefone, die im 100 m Abstand die Strassenraender zieren. Manchmal auch "verkleidet" - als Kokosnuss, als Palme, als Berimbau (Instrument, dass in Capoeira Rodas gespielt wird, sieht aus wie ein Bogen mit einem Ball an einem Ende). In anderen Staaten sind die Orelhoes nicht unbedingt blau, ich glaube, das kommt auf die Telefongesellschaft an. Hier ist Brasilien jedenfalls fest in der Hand von Telemar. Und die sind blau.

Zuckerwatteverkaeufer! Sie tragen Zuckerwatte in abartigen Farben durch die Gegend. Dazu bohrt man in einen langen Holzstab lauter Loecher und steckt die Zuckerwattestiele dann da rein. Die Zuckerwatte ist natuerlich in Plastiktueten verpackt, sonst waere sie logischerweise ganz schnell weg. Jetzt fehlt nur noch die Glocke zum Bimmeln und los gehts :).

In die gleiche Sparte gehoren die
pipoca-Waegen. Die kleinen Waegen, die Popcorn = pipoca (aber pipoca ist ein so viel schoeneres Wort. Und es passt viel besser. Ich finde pi-po-ca hoert sich genauso an, wie ploppender Mais.) verkaufen. Manchmal verkaufen sie auch gebrannte Mandeln. Sie warten vor Schulen und vor Unis zu den Zeiten, wenn der Unterricht zu Ende ist. Und den Geruch bemerkt man schon viele Meter vorher.

Nochmal etwas zu Essen:
Ananas-Laster! Das sind Kleinlaster die irgendwo stehen und Ananas verkaufen. Ananas wohin man blickt, angebunden und natuerlich auf der Ladeflaeche. Wenn der Laster in Ouro Branco am Praca Sta. Cruz steht, rieche ich das schon 3 Strassen vorher. Noch ein Geruch..
Am liebesten wuerde ich mir ein Kaestchen mitnehmen, mit vielen kleinen Schubladen; und in jede Schublade wuerde ich einen Geruch einfangen. Und nur ab und zu daran riechen, damit er nicht verfliegt.

Froesche. Das ist nichts neues, aber: Froesche scheinen hier absolut modern zu sein. Noch nie habe ich so viele Froschkissen, Froschgeldbeutel, Froschtassen etc. gesehen. Bisher habe ich mich noch gut gehalten, ich habe noch nichts gekauft. Vielleicht ist es sogar so modern, dass ich geheilt werde und gar keine Froesche mehr mag danach. Aber ich befuerchte, vorher muss ich noch einige Dinge besorgen. Als da waeren, die Boxershorts zum Schlafen, die Magneten fuer meine Fotowand und die Tasse..

Ich glaube das war erstmal das, was mir fuer Vol. 1 einfaellt. Ist ja schon einiges.

Was ich sonst noch gemacht habe? Ich war mit Bruno auf dem Babado Novo Konzert in Lafaiete (Naehe O. Branco), war ganz lustig, auch wenn das ja normalerweise nicht so meine Musik ist *lol*. Aber Dank der Vernichtung von 2 Litern Schokoladen Batida (nein, nicht allein, wir waren zu zeit!) vor dem Konzert war es ziemlich lustig. Viel getanzt und viel in der Gegend rumgehuepft, das Konzert war dann etwas vor dem normalen Ende zu Ende, da auf einmal kein Strom mehr auf der Buehne aufzutreiben war. Jaja, wir betonen zwar immer, dass wir nicht auf der roça (Bauernhof) leben, aber so Einiges spricht doch dafuer *lol*.

Inzwischen bin ich in Juiz de Fora, war fuer einen weiteren Tag in Rio, diesmal mit meinem Schwesterherz, die Interviews fuer einen Ferienjob in den USA hatte (und angenommen wurde), geniesse das doch bedeutend lebendigere Leben hier (als in O.Branco).

So, und ich glaub das wars fuer heute, mein *hust* Date von Montag war schon ungefaehr 4 mal hier und fragt ob ich nicht runterkomme.
Irgendwie tut hier niemand was. Eigentlich hat Livias Kurs ja gerade Mikrobiologie, aber irgendwie sitzt die Haelfte mit mir hier im Computerraum. Angeblich liegt das aber daran, dass die Professorin ein Grauen ist. Aber Ausreden finden sich ja immer ;).

weiter gehts mit Impressionen aus Rio de Janeiro