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Brasilien 2005 

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Impressionen aus Vicosa

So langsam arbeite ich mich durch.. diesmal gibts ein paar Fotos von Vicosa (dort studiert Emerson an der UFV Journalismus).
Die Stadt ist ziemlich klein (ca. 80.000 Einwohner)und eigentlich ein Nichts - wenn da nicht die UFV wäre, die Universidade Federal de Vicosa, die staatliche Uni. Die ist - v.a. in Bereichen wie Agronomia, Milchprodukte Technologie, Tiermedizin - alles was irgendwie mit Landwirtschaft und Technologie im weiteren Sinne zu tun hat - nämlich top im ganzen Land.

Die ganze Stadt lebt von der Uni, sonst gibt es kaum Industrien die etwas Geld in die Stadt bringen. Alle sagen, Vicosa sei verdammt hässlich, ich fands jetzt eigentlich nicht so schlimm. Im gleichen Zug sind sich allerdings auch alle einig, dass der Uni-Campus wunderschön sei. Da kann man jedem nur zustimmen.
Der Campus ist ziemlich groß und ziemlich grün. Und es ist so schön auf dem Gras rumzuliegen und in den Himmel zu schauen während irgendwo in der Nähe eine Capoeira Runde am Üben ist und ihre Lieder singt.


Das Hauptverwaltungsgebäude "Bernadao" 


 

Heute gibts auch mal ein Foto von mir im Grünen *g*

 

Und noch eins vom See auf dem Campusgelände (ha! Endlich konnte ich auch mal mit jemandem höchstromantisch auf einen See schauen *lol*):



Wenn ich von Vicosa rede, darf natürlich Emersons WG ("republica") nicht fehlen - wo sie mich doch so lieb aufgenommen haben!

Hier auf dem Foto fehlt nur Maika, die Frau von Jose-Mario (der langhaarige Chilene rechts). Außerdem auf dem Foto: Marcelo und Emerson (der kniet) in der Küche, dem Dreh- und Angelpunkt. Und wir trinken gerade Mate :). Die kolumbianische Flagge stammt von einem Kolumbianer, den sie über die lateinamerikanischen Studentenbewegungen mal kennengelernt hatten und der eine Zeit lang bei ihnen untergekommen ist. Sehr international ;-).



Die Kühlschrankaktion wurde wegen einer WG-Party gestartet - wir wollten die Party machen, hatten aber keinen Kühlschrank (der letzte hat zu viel Strom gefressen, also wurde er rausgeschmissen..). Ohne Kühlschrank kein kühles Bier und auch sonst nichts wirklich kaltes, daher eher ungenügend. Wie praktisch, dass es direkt unter uns einen Laden mit 2nd Hand Möbeln gibt. Der Besitzer wurde richtig wütend, als Jose Mario gefragt hat, ob wir und den Kühlschrank für einen Tag mieten könnten - natürlich können wir, aber er wolle doch kein Geld dafür.
Problematisch war jetzt nur noch das Ding irgendwie in die Wohnung hochzubringen. Die drei haben den Kühlschrank erstmal so verkantet, dass gar nichts mehr ging. Mit Hilfe weiblicher Intelligenz (warum lasst ihr denn das Teil nicht senkrecht??) gings dann aber doch ;-).



Wie ich schon erwähnte (in Blogberichten) sind die Meisten in der WG (naja, alle außer Emerson) ziemlich aktiv in linken Studentenbewegungen organisiert, das schlägt sich auch an der Küchenwanddeko wieder.. die Argentinienflagge hängt da übrigens nicht immer, das war nur für die Party. Irgendwie sind die Argentinier nicht so richtig beliebt bei den restlichen lateinamerikanischen Ländern. Und ich dachte nur Brasilien hätte da seine (Fussball) Fehde (mit h? ohne? ganz anders?) mit..



Und noch was gibts in Vicosa: Das angeblich beste Doce de Leite (sehr beliebtes Dessert in Brasilien, Argentinien, Uruguay.. wahrscheinlich in ganz Lateinamerika; dazu wird Milch mit Zucker eingekocht) kommt hierher. Natürlich musste ich eine Dose mitnehmen, getestet haben wir aber noch nicht..

Hach, hat nichts mit Vicosa zu tun aber: Ich habe so viele tolle CDs von Legiao Urbana gekauft. So schöne Musik :)(die Band war v.a. in den 80er und 90er Jahren erfolgreich und macht relativ kritische Rockmusik, Mitte der 90er ist der Sänger und Frontman Renato Russo leider an Aids gestorben; bis heute verkauft die Band aber zig Platten, jeder kennt sie und hat massig Fans)
Nur leider ist irgendwie CD 2 eines Live-Doppelalbums in Brasilien geblieben. Grrr. Dabei war ich mir sicher, dass ich die CD immer wieder in das Case zurückgelegt habe.

die letzten Impressionen kommen vom Gemüsemann von nebenan