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Mai 2001


5./6. Mai
So, heut wars also soweit: Das Vorbereitungsseminar für die Südafrika/Brasilien/Australien- Fahrer in Bonn!

Wir sind um 6 Uhr zu Hause losgefahren und waren dann nach einer Frühstückspause bei McDonald's und etwa 6 Stunden Fahrt um ca. 12. 45 Uhr da (= in Bonn-Venusberg in der Jugendherberge).

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Wir waren aber zu früh und noch niemand von der GIJK da, logisch, auf dem Zettel war ja auch 13. 30 Uhr gestanden. Aber nach etwas Warten bauten sie dann sowas wie einen "Empfang" auf und es kamen auch mehrere Leute, die so aussahen, als warteten sie auch darauf, die Zimmer zu beziehen. Und so konnten wir uns dann so um 13 Uhr die Schlüssel für die Zimmer abholen, wurden auf der Liste abgehakt und bekommen wunderbare Namensaufkleber verpasst.

 

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Um 14 Uhr gings dann richtig los: Wir saßen samt Eltern in einem Raum und es wurde erst mal so das "Organisatorische" besprochen: Ablauf des Seminars und so Dinge wie: Abreise (23. Juli von München nach Madrid nach Sao Paulo mit Iberia), Visum, Versicherung, Geld, Taschengeld, Auswahl der Gastfamilien, Gepäck (20 kg + 6 kg Handgepäck..) etc.
Um 16 Uhr war dann Kaffeetrinken angesagt und die Eltern verabschiedeten sich.

Danach gings mit "interkulturellen Spielen" weiter - kann sich sicher jeder was vorstellen ;-)
Erstmal gabs eine Vorstellung der Leute (bei manchen wunderts einen echt, wie die drauf kommen Schüleraustausch zu machen..)
Dann fings "richtig" an:
Wir haben mit einem Partner immer in 4-er Gruppen Mau Mau gespielt (ohne zu sprechen und mit verschiedenen Regeln) --> wie verständigen wir uns ohne Sprache? Welche Gefühle/Reaktionen kommen? Und das Ganze übertragen auf unser Jahr im Ausland.
Zusammen ohne zu reden Bilder gemalt, die unterschiedlich gesehen wurden (die "kulturelle Brille") etc.

Pause & Abendessen

Anschließend: weiter gehts!
Mit dem Eisbergmodell (Was ist Kultur? Was macht Kultur aus? Was ist da sichtbar, was unsichtbar, wie äußert sich das, etc.),
Motivationskurven (lasst euch nicht entmutigen, auch wenn ihr mal wieder ein Tief habt), Returnees erzählen von ihren Erfahrungen - z. B. dass man in Südafrika seine Unterwäsche selbst waschen muss und geschlossene Zimmertüren als Beleidigung aufgefasst werden..

Danach ist für heute "offizielles" Ende. Wir, die Brasilien-Fahrer schnappen uns einen Brasilien-Returnee und löchern ihn "ein bisschen" mit Fragen.. Die Frage der Sicherheit wird mir erst hier so richtig bewusst. Sicherheitspersonal in der Schule und möglichst unauffällig durch die Straßen gehen. Aber das wär für die Brasilianer eben normal und eigentlich kein Problem. Dann noch die Sprache. Ich frage mich zum ersten Mal warum ich auch in ein Land gehen muss, in dem ich die Sprache nicht kenne.. Aber Bastian (der Returnee) schwärmt vom Wetter, den Menschen und den Früchten. Sei alles nicht so tragisch. Meint er. Relativ beruhigt gehts aufs Zimmer wo ich noch mit Zimmerkollegin Rieke (geht nach Südafrika) quatsche. An der Stelle einen ganz lieben Gruß an sie (sollte sie das hier mal lesen)!

Der nächste Tag, nach dem Frühstück gehts um 9 Uhr weiter.

Diesmal in kleineren Gruppen, aufgeteilt nach den Ländern. Also sind auch wir 8 Brasilianer zusammen (+ 2 Returnees + Judith Steffens, die unsere Ländergruppe leitet). Jetzt werden spezifische Fragen geklärt, viel erzählt und Fotos gezeigt.
In Brasilien ist das Leben wohl einfach anders. 2 sehr unterschiedliche Schulschilderungen (von hart bis der Lehrer saß in der Ecke, die Mädchen schminkten sich), Pünktlichkeit, Weggehn, Regeln, die Sprache, die Sicherheit - alles wird angesprochen. Und auch, dass es in Brasilien wohl die schlimmsten Tiefs gäbe - aber wie die Returnees versichern - auch die schönsten Hochs. Die Zeit vergeht im Flug.
Wir schreiben noch einen Brief an uns selbst - unsere Vorstellungen über das Jahr. Diesen Brief bekommen wir dann, nach dem Austauschjahr, wieder zugeschickt.

Anschließend gehts in die Abschlussrunde - wieder alle zusammen: einen Fragebogen über das Seminar und wir tun nochmals unsere Meinung kund, die im Allgemeinen so ausfiel:
Es war supertoll, leider etwas zu kurz, wir hätten gern noch mehr länderspezifisch gemacht und wir danken für die supernette Betreuung und Vorbereitung.

- Ich kann mich nur anschließen. Die Gespräche mit den Returnees waren sehr hilfreich und Brasilien ist wieder ein ganzes Stück näher gerückt. Außerdem fand ichs toll, dass man die anderen Leute, die nach Brasilien gehen getroffen hat - ja, es gibt noch mehr so "Verrückte" wie mich! Und eben noch ein ganz großer Dank an Judith Steffens, Mirjam Jung und - peinlich- von den beiden anderen hab ich leider die Namen vergessen.. Ihr habt das aber alles ganz toll gemacht.
Und auch so, die Organisation macht weiterhin einen super Eindruck - es ist eben nicht alles nur spaßig, und das wird auch oft genug gesagt. Aber uns wird auch Mut gemacht - wir schaffen das schon! :-)

Dann gabs noch GIJK T-Shirts, die wir dann zur Ausreise tragen sollen (wegen besserer Gruppenfindung) und ein gemeinsames Mittagessen, bevor es dann wieder Richtung Heimat ging.
Alles in allem ein Wochenende, das sich wirklich gelohnt hat!
 

21. Mai
Heute trudelte der 2. Rundbrief von der GIJK ins Haus. Hauptsächlich mit den Infos, die wir auch schon auf dem Seminar bekommen haben, bzgl. Gepäck (20 kg + 6 kg Handgepäck), Flug (München - Madrid - Sao Paulo mit Iberia, danach von Sao Paulo zu "unserer" Stadt), Versicherung und dann v. a. das Visum betreffend. Uns wird schon tolle "Hoffnung" gemacht, die brasilianischen Konsulate würden immer ein bisschen länger dauern.. wir sollten uns keine Sorgen machen, bisher hätte jeder noch sein Visum bekommen. Gut, wenn sie das sagen.. Trotzdem sollen wir mal mit der Beschaffung folgernder Dinge beginnen: ein Führungszeugnis (nicht älter als 3 Monate), Kopie von Schülerausweis, aktuelle Meldebestätigung, Geburtsurkunde, Reisepass, Fotos (mit weißem (!!) Hintergrund) und irgend sone Bestätigung von meinen Eltern). Immerhin braucht unser Konsulat in München kein auf brasilianisch ausgefülltes Formular wie das in Frankfurt oder Berlin! Da hätten wir wohl unsere Schwierigkeiten.. Also dann, auf gehts!

27. Mai
Grr, so langsam nervts. "Was, du weißt immer noch nicht wohin du kommst..?" Tja, nee, weiß ich nicht. Geht aber nicht nur mir so. Ist ja normal eigentlich. Hoff ich jetzt mal. So, werd schon noch eine bekommen. Wahrscheinlich mag ich nicht, wenn man mich das fragt, weil ich dann Panik krieg, das es echt schon so spät ist und ich doch so langsam eine kriegen sollte. Aber cool down Kathi - wie gesagt, ist ja nicht so tragisch und recht normal eigentlich.

31. Mai
Endlich hat unsere Gemeinde mal nachmittags offen und ich hab auch Zeit hinzugehn. Dementsprechend endlich meinen Reisepass und meine Meldebescheinigung abgeholt. In den Ferien lass ich die Passfotos machen. Der Rest ist ja kein Problem. Denk ich mal.

 

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